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  • Gerichtstermin

    Gerichtstermin

    Gestern war der erste Gerichtstermin zu der Sache mit meinem Unfall auf der Treppe der Rehaklinik Schloss Schönhagen.
    Zuerst wurde der Gutachter gehört. Dieser hat festgestellt, dass die Treppe nicht verkehrssicher ist, also nicht den Vorschriften entspricht. Vor allem die Fehlstellen in den Stufen wurden bemängelt. Auf genau so einer Fehlstelle bin ich ja umgeknickt.
    Der Richter hat dann einen Vergleichsvorschlag gemacht, der von der Gegenseite aber abgelehnt wurde.
    Im Gegenteil, die Gegenseite sagt nun, ich könne überhaupt nicht beweisen, dass ich tatsächlich genau auf so einer Fehlstelle umgeknickt bin.
    Ich könnte jetzt versuchen, Zeugen zu finden. Auf der Treppe befanden sich zum Zeitpunkt meines Unfalles jede Menge Menschen. Allerdings halte ich das für aussichtslos.
    Wenn ich eine Treppe gehe, egal ob rauf oder runter und sich da andere Menschen befinden, sehe ich denen nicht auf die Füße. Entweder sehe ich auf meine eigenen Füße. Oder ich achte auf die Wege die ich kreuze. Ich denke, das halten die meisten Menschen so.
    Die Wahrscheinlichkeit, dass genau in dem Augenblick, irgendwer genau auf meine Füße gesehen hat und ich Denjenigen dann jetzt auch noch finde, halte ich für mehr als gering.
    Außerdem halte ich es für eine Zumutung, jetzt irgendwelche Menschen, in ganz Deutschland verteilt, da auch noch reinzuziehen und ob sich da noch jemand überhaupt an Einzelheiten zu dem Vorfall vor drei Jahren erinnert, wage ich auch zu bezweifeln.
    Erst hat die Rehaklinik gesagt, ich sei selbst schuld, ich hätte ja den Behinderteneingang nutzen können, Dann hieß es, das Gebäude stehe unter Denkmalschutz und an der Treppe dürfte deshalb nichts gemacht werden. Jetzt wo wir vor Gericht sitzen, wollen sie Beweise für die Ursächlichkeit. Das ich Sportschuhe an hatte, die ein „einfaches“ Umknicken verhindern, interessiert niemand. Es gab außer eben dieser Fehlstellen überhaupt keinen Grund für ein Umknicken. Aber das spielt juristisch keine Rolle.
    Der Richter muß sich an die juristischen Dinge halten und wenn es eben keinen Beweis gibt, wird er die Sache wohl zum Vorteil der Klinik beenden.
    Das die Treppe weiterhin in einem nicht verkehrssicheren Zustand ist, interessiert keinen. Das muß ich so hinnehmen. Angeblich gab es ansonsten dort keinerlei Unfälle. Das kann ich nicht überprüfen.

    Für mich war der Tag extrem anstrengend und frustrierend. Wäre die Frage nach einem Beweis vorher gestellt worden, hätte ich mir die Reise und den Stress sparen können.

    Mein Magen fand das alles offensichtlich auch reichlich ätzend und hat heute nacht sehr deutlich gemacht, dass ich das alles schnell wieder los werden muß.

    Das war es dann vermutlich. Mitte März wird der Richter sein Urteil verkünden, da muß ich dann aber nicht wieder anwesend sein. Wie das Urteil aussehen wird, ist klar.
    Ich muß also jetzt versuchen, das komplette Thema möglichst schnell abzuhaken. Nicht leicht, gar nicht leicht. Aber es läßt sich nicht ändern und ist wie es ist. Das genau ist der Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit.

    Es kommen jetzt auch wieder ein paar schöne Dinge auf mich zu und ich werde versuchen, diese in meinem Kopf etwas mehr zu gewichten und die Grübelei über die gesamte Angelegenheit, zu verdrängen.

  • Frist abgelaufen

    Frist abgelaufen

    Es ist nun vier Monate her, seit ich auf dieses unsägliche Buch aufmerksam gemacht wurde. Ich habe sofort reagiert, eine Anzeige erstattet und meinen Rechtsanwalt eingeschaltet. Inzwischen sind die mich betreffenden Texte im Internet nicht mehr nachzulesen. Das Buch isgt im Handel nicht mehr erhältlich.
    Es hat mich ein ausgesprochen fragkwürdiges „Entschuldigungsschreiben“ des Autoren erreicht. Wobei man das wirklich nicht mal im Ansatz Entschuldigung nennen kann.
    Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt hat mich auch ein Schreiben aus der Kernfamilie erreicht. Allerdings hatte das so ganz und gar keinen Bezug zu irgendetwas und der Sinn erschliesst sich mir nicht mal im Ansatz und auch sonst niemandem der das gelesen hat.

    Inzwischen wissen also alle Beteiligten von dem Buch und meiner Reaktion darauf.
    Für mich stand von Anfang an fest, das was da steht und dass es im Internet steht, ist unverzeihlich und unakzeptabel.

    Es hätte in der Zwischenzeit durchaus für einige Personen in diesem Umfeld die Möglichkeit gegeben, sich davon zu distanzieren, klar Stellung zu beziehen. Zumal diese Personen sehr genau um den Wahrheitsgehalt des Geschreibsels wissen.
    Ich finde, vier Monate sind Zeit genug. Sowohl zum darüber Nachdenken, also auch für entsprechende Reaktionen.
    Nicht dass ich das von Irgendjemand wirklich erwartet hätte, aber es wäre ja eine theoretische Möglichkeit gewesen.
    Im umgekehrten Fall, hätte ich mich von derartigen Aussagen gegenüber der Betroffenen Person, ganz sicher, klar und deutlich distanzieren wollen.

    Ich halte vier Monate Zeit für irgendwelche Reaktionen für angemessen. Diese Zeit ist nun vorbei und jetzt braucht keiner mehr einen Versuch der Kontaktaufnahme unternehmen. Alle die mit diesem Buch und den Inhalten zu tun haben, davon wußten und nichts unternommen haben, sich nicht klar distanziert haben, sind für mich nicht mehr existent. Ganz egal was noch kommen mag. Euch gibt es für mich nicht mehr und mich nicht für Euch.

  • Kindermund

    Kindermund

    Diese Woche war ich wieder Kinderhüten. Also den inzwischen Vierjährigen von der KiTa abholen und dann ein paar Stunden zusammen Spass haben.
    Inzwischen hat sich eingebürgert, dass er relativ schnell von „Bauchweh“ spricht. Er kann Hunger und Bauchschmerzen noch nicht so richtig gut unterscheiden. Eigentlich heißt Bauchweh, geh mit mir was essen. Am liebsten mag er Pommes oder Wurst. Das haben wir die letzten Male auch immer gemacht. Es ist zum Piepen wie der junge Mann seine Pommes verdrückt. Jeder Einzelne wird sorgfältig durch das obligate Ketchup geschwungen und es wird genauestens besprochen, ob er knusprig, groß, klein oder sonst was ist. So kann mit einer Portion Pommes schon mal fast eine Stunde vorüberziehen.
    Außerdem ist er ein ausgesprochener Kuschler. Es gibt immer irgendeinen sehr schwerwiegenden Grund auf meinen Schoß zu rutschen und am liebsten auch unter meinem Mantel zu verschwinden. Bei den Temperaturen, ist natürlich die Kälte immer ein sehr guter Grund für körperlliche Nähe.
    Außerdem hat er sehr genaue Vorstellungen, wo und wie er angefaßt werden möchte. Diesmal hat er im Bus seine gesamten Klamotten über den Bauch gezogen und „Herzkraulen“ gefordert. Er sagt dann auch sehr genau, ob fest, oder leicht, oder mehr kratzig oder kitzelig.
    Neulich hat er mich gefragt, ob ich eine Hexe sei. Aber nicht ängstlich oder so, sondern nur, weil meine Fingernägel in seinen Augen danach aussehen. Er ist der Überzeugung, lange Fingernägel sind das Zeichen einer Hexe, was auch immer er sich darunter vorstellt. Soooo lang sind meine Fingernägel eigentlich nicht, aber aus seiner Sicht ist das eben anders. Das müssen wir bei Gelegenheit mal noch besprechen, ich möchte gerne rausfinden, was er mit Hexe eigentlich meint.

    Diesmal kam die Frage: „Wie geht Freude“.
    Gar nicht so leicht zu erklären, zumal ich da ein wenig ein gestörtes Verhältnis dazu habe. In meiner Familie war meine Art als Kind Freude zu zeigen, nie ausreichend und ich wurde bei jeder Gelegenheit dazu aufgefordert, meine Freude deutlicher vorzuführen. Dadurch hat sich bei mir natürlich im Laufe der Zeit das Gefühl entwickelt, so wie ich mich natürlicherweise freue, ist das nicht ausreichend und ich muß da irgendeine Show veranstalten. Daher war die Frage ausgesprochen kniffelig für mich. Aber ich denke, wir konnten das klären, ohne irgendeine Erwartungshaltung zu vermitteln. Aber irgendwie fand ich die Frage cool.

    Diesmal haben wir meinen besten Kumpel in seinem Laden besucht. Er ist sehr groß und nicht gerade dürr. Wir waren dort schon vor längerer Zeit mal und dieser große Mann hat ihn doch sehr beeindruckt. Der junge Mann hatte sich diesen Besuch ausdrücklich gewünscht. Mit ihm werden dann die Reste aus seiner Pausenbrotbox geteilt. Er teilt sehr gerne und mit viel Freude und Stolz. Im Anschluß haben wir uns dann noch, wegen der „Bauchschmerzen“ eine Bockwurst geteilt. Auch eine Bockwurst wird entsprechend verspeist. Gründlich in Ketchup gewälzt, von allen Seiten genauestens betrachtet und dann erst kann abgebissen werden. Ein warmer Kakao hat das dann noch abgerundet und wir konnten zufrieden und satt, den Heimweg antreten.

    Wenn er ein spezielles Thema aufbringt, beantworte ich ihm seine Fragen, aber ich bohre dann nicht rum. Ich lass ihn so lange davon sprechen, wie er es eben will. Wenn er es für erledigt betrachtet, ist auch für mich Ende. Da er ja Eines von Vieren ist, genießt der diese ausschließliche Aufmerksamkeit sehr und nutzt die Zeit für das, was ihm gut tut und Spaß macht. Da sind wir ganz auf einer Linie. Ich glaube, wir haben Beide exakt gleich viel von unseren Treffen. Das Feedback der Eltern ist gut und ich denke, da stimmt eben alles.

    Ich habe im Übrigen einen inzwischen erwachsenen, völlig autark lebenden, Sohn. Den habe ich nicht anders behandelt. Allerdings hatte ich damals einen Beruf der im Schichtdienst zu leisten war, einen Haushalt und eben das, was man so alles im Alltag als berufstätige Mutter um die Ohren hat.
    Außerdem ist die Verantwortung für das eigene Kind eine völlig andere. Jetzt kümmere ich mich ein Mal in der Woche für ein paar Stunden um ein Kind und trage nicht die Verantwortung für Leben und Zukunft.

  • Gesund aussehen – tot krank sein

    Gesund aussehen – tot krank sein

    Ich sehe eigentlich vollkommen gesund aus und nur vom Ansehen, wird niemand darauf kommen, dass ich voll mit Krebs bin und eigentlich schon totgesagt wurde.

    Eigentlich bin ich sehr froh darüber. Wer will sich auch noch ständig mit einem ätzend krank aussehenden Spiegelbild konfrontieren. Das wird ohnehin eines Tages auf mich zukommen. Das macht nicht wirklich Spaß. Ich finde es völlig ausreichend, alle paar Monate die entsprechenden Befunde in Händen zu halten, täglich jede Menge Pillen schlucken zu müssen, einschliesslich einer Chemotherapie, täglich mit den Nebenwirkungen der Medikamente und Symptomen der Erkrankung konfrontiert zu werden und eben zu wissen, wie es in Wirklichkeit in mir aussieht.

    Für das Umfeld ist es aber oft reichlich verwirrend und verunsichernd, einen zwar totkranken Menschen vor sich zu haben, aber so rein gar nichts davon zu sehen. Das direkte Umfeld weiß Bescheid und kann sich an dem optischen noch guten Zustand meist mit mir freuen. Wobei auch manchmal Zweifel an meiner Erkrankung aufgetaucht sind und das macht mich dann richtig sauer.

    Unbekannte Menschen können natürlich keinerlei Rücksicht nehmen, denn die Erkrankung ist nicht auf meine Stirn tätowiert. Das ist völlig in Ordnung und wenn ich Hilfe oder Unterstützung brauche, muß ich das kommunizieren und das fällt mir nicht weiter schwer.

    Dann gibt es Menschen, die mich zuletzt kurz vor der Entdeckung des M. Addison gesehen haben und später irgendwo auch mal was von einer Beerdigung gehört hatten. Wenn ich denen heute über den Weg laufe, gibt es eine Vielfalt an Reaktionen. Ich sehe das inzwischen in den Gesichtern. Manchmal ist es lustig für mich. Wie ein Gespenst, wort- und fassungslos, mit offenem Mund, ohne ein Wort, blass bis grün im Gesicht, angestarrt zu werden, kann schon recht belustigend für mich sein. Für den Geschockten / Erschrockenen, ist das sicher gar nicht lustig. Inzwischen habe ich auch mit dieser Situation reichlich Übung.

    Dann gibt es noch die Spezies Arzt. Die sind sehr unterschiedlich. Aber oft fühle ich mich nicht wirklich ernst genommen in meinen Sorgen und Bedenken. Auch Ärzte können die Tatsachen die in Befunden stehen, erfolgreich einfach verdrängen und haben den Fokus auf den Äußerlichkeiten. Sie sehen oft den Ernst der Lage nicht mehr. Da sitzt man dann, ist eigentlich froh, noch gesund auszusehen und wird dafür nicht mehr ernst genommen. Eine sehr schizophrene Situation. Hier habe ich noch keine adäquate Reaktion und weiß nicht wirklich wie ich damit umgehen soll, wie ich reagieren soll . . .

    Wie Gerichte, Richter auf einen gesund aussehenden Menschen reagieren, der aber schwer krank ist, werde ich in den nächsten Wochen erfahren.
    Ich kann nicht gebückt schlurfen, heulen, jammern, humpeln, klagen . . . was auch immer, nur um andere Menschen vom Ernst meiner Situation zu überzeugen. Das ist einfach nicht meine Art und ich war Krankenschwester und kein Schauspieler.

    Irgendeine der aufgeführten Möglichkeiten passiert fast täglich. Wie Pillen schlucken - Alltag. Nicht immer leicht, manchmal lustig, manchmal frustrierend. Aber ich bin dennoch froh, einigermasssen gesund und altersgerecht auszusehen.

  • Frühling in Sicht

    Frühling in Sicht

    Diese Woche habe ich die ersten Krokusse ihre Köpfchen durch das Gras recken gesehen. Die Tage sind schon deutlich länger und der Frühling läßt sich schon erahnen.
    So ein wirklicher Winter war das ja hier dieses Jahr nicht. Also zumindest was Temperaturen und Schnee angeht. Mir reicht es schon wenn die Tage so kurz und düster sind. Ich mag diese dunkle Jahreszeit überhaupt nicht, der Schnee und die Kälte sind nicht das Unangenehmste.

    Jetzt kommen aufregende und terminreiche Wochen auf mich zu.
    Der Stentwechsel muß geplant und gemacht werden. Eine Kurzreise nach Berlin steht an und danach die Reise nach Wien.
    Dann werde ich meinem Onkologen jetzt noch eine letzte Chance geben mir zu zeigen, dass wir am gleichen Strang ziehen. Sollte das nicht so sein, werde ich die Praxis wechseln, was unendlich nervig wäre.
    Mein Wäsche muß ich vorerst im Waschsalon waschen, weil meine Maschine sich verabschiedet hat und ein Ersatz augenblicklich nicht zu finanzieren ist.
    Dann steht der Gerichtstermin wegen meines Knöchels an. Das ist mehr als spannend und noch ist meine juristische Unterstützung zu diesem Termin, nicht gefunden. Mein eigentlicher Anwalt kann wegen der räumlichen Entfernung nicht daran teilnehmen und Ersatz zu finden ist nicht wirklich einfach.
    Dann haben hier zur Zeit sehr viele Menschen eine fiebrige Erkältung und das richtig heftig. Auch mein Kinder-Termin mußte diese Woche deshalb ausfallen.
    Ich muß alle Wege zu den diversene Terminen mit den Öffentlichen erledigen und hoffe, mein amoklaufendes Immunsystem hält mir das vom Hals. Für irgendwas sollte das ja auch gut sein.

    In Sachen Ex, ist jetzt hoffentlich endlich Ruhe. Mein Umfeld geht fest davon aus, dass er in irgendeiner Weise noch mal meint nachschlagen und das letzte Wort haben zu müssen, aber ich denke und hoffe, ganz so dämlich ist er nicht. Das Thema ist durch und alles ist gesagt.

    In Sachen Buch, Verletzung meiner Persönlichkeitsrechte, Beleidigung, Verleumdung, übler Nachrede, etc. geht alles seinen Gang. Die Texte sind im Internet nicht mehr zu lesen und das Buch kann man nicht mehr kaufen. Damit ist schon mal ein wichtiger Schritt erledigt. Der Rest kommt noch.

    Der Termin mit dem Gutachter war eine Nerventest für mich. Es waren gleich zwei Herren von der Gegenseite anwesend. So mit Trenchcoat und schwarzen Lackslippern im Schnee . . . . die wollten mir dann zeigen, wie man eine Treppe geht . . . ich hab mir so was von auf die Zunge gebissen um ruhig zu bleiben. Es war auf jeden Fall gut, dass ich anwesend war. Keine Ahnung was die dem Gutachter alles erzählt hätten, wenn sie alleine gewesen wären. Was der Gutachter meint, werde ich bei der anstehenden Gerichtsverhandlung erfahren.

    Es wird nicht langweilig. Aber mit meinen tollen Freunden, ein bisschen mehr Sonne und Wärme, wuppe ich das auch alles irgendwie.

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