szmmctag

  • Gute Zeiten

    Gute Zeiten

    Seit einigen Wochen habe ich eine richtig gute Zeit. Angefangen mit der endlich mal positiven und hilfreichen Reha bis zu einem super Spätsommerwetter. Alles gepaart mit tollen Menschen. Es geht mir richtig gut. Ich geniesse jeden Tag. Ich habe zwar wirklich viel um die Ohren, aber in positivem Sinn. Seit der Reha habe ich keinen Arzt mehr gesehen und das bleibt bis zum nächsten Stentwechsel auch so.
    Ich merke von meinen ganzen Metastasen so rein gar nichts. Ich benötige weiterhin keine Schmerzmittel, was wirklich Glück ist.
    An den Mitteln die ich wegen Hashimoto und Addison Medis nehmen muß, gibt es nichts zu rütteln. Das muß sein. Die Chemo pausiert gerade; Vorbereitung zum Stentwechsel. Alleine die winzige Pillenmenge ist schon wie ein Sieg. Die Chemo geht natürlich nach dem Stentwechsel wieder weiter.
    Wenn man mich sieht, käme man nie auf die Idee, dass ich meine Kiste definitiv schon bestellt und auch sozusagen schon mal reingesehen habe.

    Ich weiß sehr genau, dass dieser Zustand Glück bedeutet und die Dauer eingeschränkt ist. Aber so lange es mir so geht wie jetzt, wird die Zeit, (so weit möglich) mit positiven Dingen genutzt. Für Dezember habe ich mal den nächsten Screening-Termin angedacht. Mal sehen ob tatsächlich noch Ruhe an der Metastasenfront herrscht. Ich bin mir bewußt, dass eigenes Gefühl und tatsächlicher Befund, deutlich voneinander abweichen können. Aber mit 18 Monaten Stillstand habe ich schon mehr bekommen, als viele andere Betroffene. Der Weg selbst, ist kein anderer geworden, er ist nur länger und nicht mehr so klar zu erkennen.

    Die Nebenwirkungen der Chemo sind trotz Pause vorhanden. Ich schlucke dieses Gift ja nun schon einige Jahre und da ändern dann ein paar Wochen Pause, nicht wirklich etwas. Aber auch hier habe ich Glück. Andere kämpfen wesentlich schlimmere Kämpfe mit diesem Gift.

    Tja und das Wetter. . . . einfach nur genial. Bis zum Wochenende war ein super toller Spätsommer. Zwar fällt das Laub schon heftig von den Bäumen und Büschen, aber die Temperaturen waren deutlich Spätsommer. Ich war sehr viel draussen.
    Mit viel Glück habe ich jetzt eine regenfeste Teilüberdachung meiner Terrasse ergattert. Der Regenschutz war zwar bisher überflüssig, aber hier im Norden ist es einfach sinnvoll. Jetzt kann ich auch bei nassem Wetter mal länger draussen sein und den Garten geniessen.
    Meine Katzenlady findet das auch ganz toll und schläft sich jetzt durch sämtlich Sitzgelegenheiten. Sie wird weiter immer zutraulicher, begrüßt jetzt auch Besuch und ist lange nicht mehr so zickig.

    Ich habe bei der Reha tolle Frauen kennengelernt. Es gibt auch weiterhin Kontakte über die ich mich ganz doll freue.
    Ich hatte super klasse Besuch und wir hatten ein paar schöne Tage zusammen.
    Ich kann wirklich nicht meckern. Über nichts und niemanden.

    Meine Einstellung zu dem was so auf der Welt geschieht hat sich nicht geändert. Ich finde es ätzend was da so alles passiert.
    Es ist so was von bescheuert wie Menschen teilweise miteinander umgehen, was mit der Umwelt gemacht wird und wie mit Tieren umgegangen wird. Das alles ist es wirklich nicht wert, jeden Preis zu bezahlen um länger hier bleiben zu können. Das sind aber die großen Dinge, die auf die man keinen oder ganz wenig Einfluss hat. Ich lasse mir meine persönlich gute Zeit davon so wenig wie möglich vermiesen. Aber ignorieren kann ich es auch nicht komplett.

    Dann steht jetzt schon wieder in allen Supermärkten der ganze Weihnachtskram . . . wer kann bei derartigem Sommerwetter an Weihnachten denken . . . da komme ich nicht wirklich mit. Ich verstehe diesen Weihnachtsbohei sowieso nicht. Die Kirchen sind das ganze Jahr über immer relativ leer, aber alle feiern Weihnachten. Ich finde das reichlich bescheuert. Weihnachten ist ein christliches Fest, wird aber einfach mal von allen gefeiert, auch wenn sie das ganze Jahr über überhaupt nicht christlich leben oder denken. Entgehen kann man dem ganzen Wirbel auch nicht wirklich. Alle Städte werden geschmückt, die Innenstädte sind verstopft mit nach Geschenken suchenden, entnervten Menschen. Da geht dann leider so gar kein Weg wirklich dran vorbei . . .

    Aber das hindert mich nicht, meine gute Zeit zu geniessen.

  • Schöne Tage

    Schöne Tage

    Hier hat der Sommer nochmal Einzug gehalten und ich hatte lieben Besuch. Ich konnte mal wieder ein paar schöne Ecken meiner Stadt zeigen. Durch das super Wetter, konnten wir sehr viel unternehmen und die Zeit ausnutzen.
    Wieder ist eine virtuelle Bekanntschaft in das reale Leben gekommen und das erfolgreich.
    Ich habe diese Tage sehr genossen. Es gab tolle Gespräche und wir haben auch viel gelacht.

    Einzig meine Katzenlady fand es nicht so berauschend, dass ich so viel unterwegs und wenig zuhause war. Aber was sie an Nähe vermißt hat, kann sie jetzt nachholen. Jetzt ist auch das Wetter wieder nicht so schön.

    Jetzt steht dann der nächste Stentwechsel an, Aber das macht mir keine Sorgen und damit beschäftige ich mich erst richtig, wenn der Tag gekommen ist.

  • Interviewpartner zum Thema Reha gesucht

    Vielleicht hat ja noch jemand von Euch Lust da mitzumachen. Ich finde die Idee gut und habe mich bereits beteiligt.
    Ihr könnt Euch bei mir melden und ich leite das dann weiter, oder Ihr geht den auf der Seite aufgezeigten Weg.
    Es geht dabei um Reha aus allen möglichen Anlässen und nicht nur bei Krebs.

    Reha Interviewpartner

  • Die Oma mit den komischen Fahrzeugen

    Die Oma mit den komischen Fahrzeugen

    Weil mein Roller:

    rot-3

    mal wieder in der Werkstatt steht, habe ich ein Ersatzfahrzeug bekommen:

    BieneMaja1BieneMaja2

    Das ist ein echtes Gute-Laune-Auto. Flitzt ordentlich, wendig und vieeel frische Luft :DDB)
    Ich werde vom Straßenrand ebenso belustigt gegrüßt wie mit meinem Roller. Kinder sind hin und weg. Da fangen kleine Jungs schon mal an zu kreischen :>>:yes:;D
    Die Werkstatt kann sich mit dem Roller gerne noch ein paar Tage Zeit lassen :))

  • Reha Nr. 6

    Reha Nr. 6

    Das war meine sechste Reha und es war eine gute. Von den sechs Rehakliniken die ich bisher kennen gelernt habe, würde ich nur zwei mit gutem Gewissen empfehlen und die aktuelle ist eine davon.

    In den letzten zwei Wochen vor meiner Abreise, haben ein paar Herren mit Migrationshintergrund in der Nachbarschaft diverse Geburtstage gefeiert. Sie haben sich benommen, als wären sie auf einem einsamen Bauernhof. Ich war daher reichlich genervt und hatte eine kleine Aversion gegen diese Art Sprache entwickelt . .

    Gleich nach meiner Ankunft in der Rehaklinik war die Aufnahmeuntersuchung beim für mich zuständigen Stationsarzt angesetzt. Tataaa . . . der spricht die gleiche Sprache wie die Herren aus der Nachbarschaft zuhause. Außerdem hat er von Tuten und Blasen keine Ahnung. Untersuchung hat keine stattgefunden und der Herr war einfach nur dämlich. Aber ich hatte mir vorgenommen, mich über nichts zu ärgern. Also habe ich ein freundliches Gesicht gemacht, mir meinen Teil gedacht und danach mein Zimmer bezogen.
    Schönes Zimmer, ausreichend Platz für allen Krempel und Sicht auf die Ostsee. Zwar ein wenig von Bäumen gebremst, aber ich konnte das Meer hören und mehr oder weniger sehen.

    Das sogenannte Pflegepersonal besteht zum größten Teil aus Arzthelferinnen, die aber weder Namensschilder tragen, noch sich sonst irgendwie identifizierbar machen. Arzthelferinnen oder wie man sie in modern nennt: medizinische Fachangestellte, haben eine Ausbildung die zum größten Teil aus Verwaltung, Abrechnung und eben kaufmännischen Dingen besteht. Pflege, bzw. medizinische Kenntnisse, werden nur gestreift. Die Damen führen sich aber immer auf, als wären sie mindestens so wissend wie Krankenschwestern oder Ärzte. Ich habe dann mal vorsichtig gewarnt, dass Krankenschwester eine geschützte Berufsbezeichnung ist und man sich nicht einfach so nennen darf. Naja, egal. Ich wollte mich ja nicht ärgern.

    Das Essen war ok. Nicht gerade gesunde oder moderne Ernährung, aber gut essbar. Mit einem Veggi-Day pro Woche will man wohl den modernen Ansprüchen ein wenig gerecht werden, aber das war alles andere als Veggi. Der Großteil der Patienten steht wohl noch immer auf viel, viel Fleisch und Wurst und dem will man dort gerecht werden. Es gab zwar täglich auch ein fleischloses Gericht zur Wahl, aber das war oft eher wie Nachtisch. Ich wurde satt und habe jetzt für die nächsten Jahre genug Fleisch und Wurst zu mir genommen.

    Das Klinikgebäude liegt an einem Stück Steilküste und ist nur über eine „Treppe“ erreichbar. Es gab einige Patientinnen die nie am Strand waren. Wenn man das Foto ansieht, kann man das vielleicht nachvollziehen.

    Strandtreppe

    Mich hat die Treppe nicht gehindert. Ich habe mir nur vor jedem Abstieg seeeeehr gründlich überlegt, was ich mitnehmen will. Den Aufstieg habe ich dann mehr als gemütlich bewältigt. Aber es war machbar und oben stand niemand der Geld für Bestzeiten bezahlt hätte.

    Die Raucher hatten eine Ecke für sich. Überdacht, aber recht zügig. Immerhin mit Sitzmöglichkeiten. Ab vom Schuß, aber im Verlgeich zu dem was ich in anderen Kliniken an Diskriminierung erlebt habe, war das ein guter Platz. In der Raucherecke ist die Kommunikationszentrale und es war immer gute Stimmung. Wir haben viel gelacht und Spaß gehabt. Klar gibt es bei knapp zweihundert weiblichen Wesen nicht nur nette und sympatische Exemplare. Es gibt auch die Dumpfbacken, Klugscheisser, Wichtigtuer, Profilneurotiker, Mobber, Etepetetetussis – eben das gesamte menschliche Spektrum . . . aber denen kann man locker aus dem Weg gehen. Außer bei den Mahlzeiten. Da gibt es feste Plätze. So war manche Mahlzeit recht schweigsam und flott. Manches höre ich mir nicht mehr an und dann eben rein mit dem Essen, einen schönen Tag gewünscht und nix wie weg da.
    Ich habe ein paar tolle Frauen kennengelernt. Sympatisch, offen, ehrlich, direkt . . . eben coole Weiber. Ich hoffe, die Kontakte schlafen nicht wieder ein. Es ist schwierig Reha-Kontakte zu halten. Nach der Reha kehrt jeder wieder in seinen Alltag zurück und muß sich erst mal wieder zurechtfinden. Dann geht es entweder wieder mit der Arbeit los oder der Rentenmarathon beginnt. Gestern hat mich eine Mail von den Weibern erhalten und ich habe mich gefreut wie Bolle. Sie haben mir ein Foto von sich geschickt und viele liebe Worte dazu :DD

    Die Klinik hat neben der onkologisch-gynäkologischen Abteilung, noch ca. 30 Betten Dermatologie. Von mir die Pickelleute genannt. Ich fand die Kombination Krebs und Hauterkrankungen nicht gerade geschickt. Klar ist das Hautgedöns nervig und auch belastend, aber eben nicht lebensbedrohlich.
    In der Raucherecke hat das aber überhaupt keine Rolle gespielt. Da waren immer alle ganz entspannt und gut drauf.

    Tja und nach der ersten Woche, hat mich ein grippaler Infekt erwischt. Heftig erwischt. Ich hatte knapp 40 Grad Fieber. Zum Glück hatte meine Stationsarztdumpfbacke gerade keinen Dienst und die medizinische Versorgung war gut und prompt. Aufgrund meiner Lungenmeta hatte ich ein wenig Sorge einen Pleuraerguß zu entwickeln, aber das konnte ausgeschlossen werden. Also rein mit den Antibiotika, Hustenlösern, Hustenstillern, Fiebersenkern, etc. und ab ins Bett. Natürlich war das kurz vor dem Festival und es war schnell klar, das wird entweder gar nix oder mit viel Glück wenigstens ein Tag. Ich habe es dann auch noch zum Festival geschafft, aber nur ein paar Stunden. Ich wollte keinen Rückschlag riskieren.
    Nach der Blutwertekontrolle als es mir wieder besser ging, ist die Situation mit dem Arzt dann eskaliert und es gab auf dem Flur, vor Mitpatienten und Personal eine unschöne Szene in welcher sich der Herr Pappnase komplett daneben benommen hat. Also ich hatte das Arztzimmer schon verlassen und er ist mir aufgeregt hinterher gehüpft und hat Zirkus gemacht. Ab diesem Augenblick, war ich dann Patienten der Chefärztin. Eine sehr kompetente und nette Frau. Hat super geklappt und ich brauchte mich nicht mehr mit dem Blödmann auseinander setzen. Ich war nicht die erste Patientin die mit ihm ein Problem hat und die wollen ihn gerne loswerden. Das ist im öffentlichen Dienst aber nicht so einfach.
    Einen Tag nach dem Zusammenstoß mit mir, gab es die nächste Geschichte des Herrn. Er ist in den Aufzug gestiegen und mit ihm noch drei Patientinnen. Nachdem die Türe geschlossen war, ist er total ausgerastet, hat rumgeschrieen und die Damen rumgeschubst . . . er hatte ein Panikattacke und wollte sofort wieder raus. Tja, wenn man Platzangst hat, sollte man nicht Aufzug fahren und warum ein Arzt das dennoch macht, ist nicht nachvollziehbar.
    Zwei andere Patientinnen hat er nicht richtig untersucht bzw. behandelt und auch da gab es Beschwerden und Ärger. Sorry, aber manche Menschen sind schon ganz schön blöd. Naja, so macht er es den entsprechenden Menschen leicht ihn los zu werden.

    Die Physiotherapie ist Spitzenklasse. Alle nett, freundlich, offen, entgegenkommend und sehr kompetent. Mir kann man gesundheitlich ja nicht wirklich helfen, aber ich habe die Anwendungen erhalten auf die ich gehofft hatte. Auch in vernünftiger Abfolge und Anzahl. Kein 0815 Progromm. An meinem Knöchel wurde viel gemacht und da hat sich auch was verbessert. Ebenso wie die Haut.
    Einen Termin beim Dermatologen dort hatte ich auch. Leider hatte er keine Ideen meine Behandlung der Hyperkeratose zu verbessern. Er meinte meine Behandlung sei optimal und er hat da auch keine besseren Vorschläge oder Mittel. Schön dass mein Fachwissen entsprechend ist, aber mir wäre so ein Wundermittel schon recht gekommen. Er hat über diesen Satz gelacht.

    Ich war so oft ich konnte, am Meer und habe einfach nur genossen. Nach dem Abendessen saßen wir dann bis zum Einschluß um 23 Uhr meist in lustiger Runde in der Raucherecke.
    Wenn mir mal eher nach Ruhe und Alleinsein zumute war, bin ich ein Stück den Strand runter in eine Gaststätte mit Strandkörben auf der großen Terrasse und super schönem Blick aufs Meer. Auch hier habe ich wunderschöne Stunden verbracht.
    Insgesamt war es eine gute Zeit. Auch wenn ich durch die Erkältung, am Ende nicht wesentlich erholter als zu Beginn der Reha war. Ich habe tolle Frauen kennengelernt, konnte viel am Meer sein, das Wetter hat weitgehend mitgespielt und bei dem Festival konnte ich wenigstens mal vorbeischauen. Die Klinik war ok und ich würde jederzeit dort wieder hin. Ganz im Gegenteil zu anderen Rehakliniken. Klar gäbe es noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber es war absolut in Ordnung, so wie es war. Zuhause hatte ich diesmal alles optimal geregelt und wenige Tage vor meiner Heimreise erreichte mich die Nachricht, ich möge doch bald heimkommen, da die Katzendame ständig Mäuse anschleppt . . . besser geht es nicht.

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