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  • Mobilität, Unabhängigkeit und Alltag

    Mobilität, Unabhängigkeit und Alltag

    Ich war jetzt einige Monate ohne eigenes Fahrzeug. Das heißt für mich, ich kann nicht wirklich alleine einkaufen gehen. Wegen der Knochenmetastasen darf ich Schweres nicht tragen. Ein Hackenporsche ist auch keine Lösung. Denn man bekommt diese Dinge, gerade wenn sie schwer beladen sind, nicht gut in den Bus. Selbst die Treppenfähigkeit der teueren Exemplare ist gerade beim Bus, so überhaupt keine Hilfe. Also muß ich, für die schweren Dinge immer Hilfe in Anspruch nehmen. Das ist auf Dauer ganz schön nervig.
    Egal welcher Termin ansteht, ohne eigenes Fahrzeug, ist das alles sehr zeitaufwendig. Alle Strecken mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauern mindestens doppelt so lange.

    Über die Umstände, warum ich plötzlich ohne Fahrzeug war, habe ich damals aktuell gepostet. Was da nun wirklich dahinter steckte, ist mir bis heute schleierhaft. Ich wollte hier auf jeden Fall keinerlei Kontakt oder sonstige Verbindungen. Die bestehende Verbindung über den Roller, war mir eigentlich sowieso unangenehm.
    Ich habe also das angebotene, angebliche Geschenk abgelehnt und mich nicht darauf eingelassen, irgendetwas zu unterschreiben. Nachdem hier in einer nächtlichen Aktion das Nummernschild abgeschraubt wurde, war ich endgültig durch mit dem Thema. Ich wurde dann noch eine zeitlang übelst beschimpft, versucht Freunde einzuschalten und mir eine Werkstatt (wo das Ding wohl gelandet ist,) auf den Hals zu hetzen, aber inzwischen ist endlich Ruhe eingekehrt.

    Glücklicherweise habe ich in meinem Freundeskreis Menschen, die sehen, wenn es bei mir klemmt und mir ohne die Erwartung von Gegenleistungen, einfach helfen. So auch in diesem Fall.

    Ich bin wieder mobil. Ich habe einen Roller. Der Roller ist genau das, was für mich in meiner Situation am praktischsten ist. Ich bin unabhängig von den öffentlichen Verkehrsmitteln, habe ein Dach über dem Kopf und einen Kofferraum für Einkäufe. Er kann 80 kmh fahren und ist damit im öffentlichen Verkehrsraum kein Hindernis. Für die Stadt und meine Bedürfnisse, einfach optimal. Alleine meine Einkäufe selbst erledigen zu können, ist ein Stück Freiheit. Weniger Zeit für den Transport zu Terminen zu benötigen, macht mich flexibler. Ich kann auch mal spontan einfach irgendwohin, ohne vorher nachsehen zu müssen, wann und wo, welcher Bus oder welche Bahn fahren.
    Das Fahrzeug findet man im Internet unter der Bezeichnung Palmo oder Venturino. Es ist aber immer das gleiche Fahrzeug, egal welcher Name. Es ist ein chinesisches Modell, welches man hier recht selten sieht. Leider sind Material und Verarbeitung nicht unbedingt von der besten Qualtiät, aber ich habe jetzt eine Werkstatt, die sich damit auskennt und ehrlich arbeitet. So ein klein bisschen kenne ich mich inzwischen auch damit aus.
    Die vorherige Werkstatt hat mich mehrmals heftig über den Tisch gezogen. So wurde mir z. B. eine mind. 1000 Euro teure Bremsenreparatur angekündigt. An dem Tag wurde mir das Fahrzeug dann ohne einen Tropfen Bremsflüssigkeit übergeben. Das habe ich aber leider erst später an dem Tag bemerkt und sofort behoben. Ansonsten war nachweislich überhaupt nichts defekt. Da wurde also ganz absichtlich ein Schaden provoziert. Sorry, aber so lasse ich nicht mit mir umgehen und diese Werkstatt habe ich natürlich nicht mehr betreten. Ich muß dazu noch erwähnen, dass der Betreiber der Werkstatt Leukämie hat und wir mehrfach über unsere „Krebsgeschichten“ gesprochen haben. Dann derart übel verarscht zu werden, nehme ich erst recht persönlich. Im Nachhinein möchte ich nicht wissen, was bei den bis dahin durchgeführten angeblichen Reparaturen schon an Beschiss stattgefunden hat.

    Jetzt bin ich da in wesentlich kompetenteren und vor allem auch ehrlichen Händen. Außerdem ist das auch eine im Bedarfsfall,mobile Werkstatt, d. h. wenn ich mal irgendwo mit der Kiste stehen bleibe, kann im Notfall vor Ort Hilfe geleistet werden. Da das Fahrzeug drei Räder hat und recht hoch ist, gestaltet es sich nämlich gar nicht so einfach ihn „abzuschleppen“, bzw. auf einen Transporter zu verfrachten um in eine Werkstatt zu kommen. Da macht es viel Sinn, einen mobilen Schrauber an der Hand zu haben.

    Jetzt bin ich wieder mobil, freier, unabhängiger und mit einer zuverlässigen Werkstatt im Hintergrund ausgestattet.

    Trotz meiner, von den gesundheitlichen Tatsachen ausgehend, schlechten Lebensprognose, geht es wieder positiv weiter.

    Der Kleine den ich diese Woche wieder gehütet habe, fand es auch toll, dass ich wieder so ein ausgefallenes Fahrzeug habe. Er hat mit dem großen Bruder gleich mal wieder eine Fantasie-Fahrt gestartet. Die Jungs finden es auf jeden Fall toll, immer mal wieder Probe zu sitzen und Fahren zu spielen. Die letzten Monate war das nicht möglich, also mußte jetzt entsprechend gründlich nachgeholt werden.
    Mein Ehrenamt läuft auch weiter. Diese Woche lerne ich wieder die neue Familie kennen, welcher ich die nächsten Monate ein wenig unter die Arme greife. Die letzten drei Monate habe ich mit dem Ehrenamt pausiert. Medikamentenbeschaffung und –Umstellung und auch sonst viele Termine die ich mit recht viel Zeitaufwand mangels individuellem Fahrzeug, wahrnehmen mußte, hat das einfach nicht zugelassen.
    Jetzt läuft alles wieder rund und ich kann mich über meinen Alltag nicht beschweren.

    An den juristischen Fronten geht alles seinen Gang. Dank der eingeschalteten Fachleute, muß ich mich damit nur sporadisch beschäftigen.

    Gesundheitlich gibt es keine Aufreger oder Neuigkeiten. Alle Pillen vorhanden, Zustand so weit, weiter stabil. Mein Schlaf ist weiterhin so gut wie vor fast dreissig Jahren und für mich fast wie ein Wunder. Das gibt mir Kraft und Energie, die Tage zu füllen und viel zu erleben.

    Die Kopfbilder aus Wien sind noch sehr lebendig und ich denke sehr gerne an diese rundum wunderbaren Tage.

    Für mich kündigt sich ein toller Sommer an. Liebe Besuche haben sich angekündigt und ich habe noch ein paar kleinere Reisen in Planung. Noch nichts fest ausgemacht, aber mal angedacht. Ich will wieder mal nach Berlin zu einer Party/Konzert. Eventuell gegen Ende Sommer zu einem Festival an der Ostsee . . . . mal sehen was sich ergibt und paßt.

  • Erwartungen

    Erwartungen

    Es ist manchmal wirklich schon fast lustig was man als chronisch und unheilbar kranker Mensch so alles zu hören/lesen bekommt.
    Ich habe mit dem vorigen Eintrag zu Männerkleidung, seit langem mal wieder einen Eintrag geschrieben der so gar nichts mit Krebs, Krankheiten oder sonst medizinischem zu tun hat.
    Gelesen haben das sehr viele Menschen. Aber es gab nur zwei Kommentare und in einem wurde ich gefragt, ob mir langweilig sei.
    Die Erwartungen, wie sich ein Kranker in meiner, oder einer ähnlichen Situation zu verhalten hat, sind sehr unterschiedlich.

    Im direkten Umfeld wird oft erwartet, dass man niemanden mit seiner Situation belastet/belästigt. Möglichst nicht viel darüber spricht und tut, als sei alles wie immer. Am besten ist es, wenn man dem betroffenen Menschen auch nichts ansieht. Gesund aussehen und so tun als sei man gesund ist die beliebteste Erwartung. So machen das ja auch die Promis vor. So muß sich im Umfeld niemand mit seiner eigenen Endlichkeit auseinander setzen und man „belastet“ nicht. So muß sich darüber nachdenken, ob Hilfe oder Unterstützung notwendig wäre und man kann so tun, als sei alles wie immer und vorher.
    Wenn es einem Menschen dann ganz offensichtlich, richtig schlecht geht, soll er am besten in einem Krankenhaus oder ähnlichem verschwinden und die gesunde Welt nicht mit seinem Anblick und seinen Bedürfnissen belasten. Also persönlich damit zu tun haben möchte kaum jemand. Je näher das Thema Sterben kommt, umso weniger möchte die Allgemeinheit damit zu tun haben.
    In Blogs oder Büchern darüber lesen, ist natürlich etwas ganz anderes. Das kommt mir sehr oft so vor, wie die Situation bei Unfällen auf der Straße. Ich habe ganz deutliche Anstiege von Klickzahlen, sobald es mir schlechter geht und ich davon schreibe.

    Von einem „Krebs“-Blog , wie dem meinigen, wird offensichtlich erwartet, dass ich mich nur und ausschliesslich mit Themen befasse, die auch mit Krebs, Krankheit, Sterben irgendwie zu tun haben. Die Tatsache, dass man mir nicht mehr sehr viel Lebenszeit vorhergesagt hat, läßt Menschen annehmen, ich würde mich jetzt nur noch und ausschliesslich mit grundlegenden Themen und meiner Endlichkeit beschäftigen.

    Ich muß Euch enttäuschen.

    In meinem Umfeld wissen Alle über meinen Zustand und meine Prognose Bescheid. Es ist völlig selbstverständlich, dass mein Alltag zu einem gewissen Teil, aus diesen Themen besteht. Es ist auch normal, dass darüber gesprochen wird. Nicht ausschliesslich und immer, aber oft und deutlich. Wer damit nicht klarkommt, gehört nicht zu meinem Umfeld.
    Ich höre mir ja auch die Berichte, Erzählungen von Freunden und Bekannten über deren Alltag an. Spannend oder irgendwie begeisternd finde ich manche Erzählungen über deren Arbeitsalltag, Familie, Kollegen usw. nicht immer. Aber so ist eben deren Alltag. Der besteht manchmal aus anderen Dingen als bei mir und man spricht darüber.
    Mein Alltag besteht eben oft aus Dingen die mit Krankheit und Sterben zu tun haben. Das gehört ebenso selbstverständlich dazu. Das ist für mein Umfeld aber ganz normal und man hört sich gegenseitig zu und bespricht vieles. Sowohl über deren Arbeits- und Familienalltag, als auch über meinen Alltag mit und ohne Krankheiten.
    Selbstverständlich besteht ein großer Teil meines Alltages aus Dingen die mit meiner Situation zu haben. Tabletten, Arzttermine, aktuelles Befinden. Aber eben nicht nur. Auch mein Alltag besteht aus alltäglichen Dingen. Auch ich sehe Nachrichten und bekomme auf der Straße mit, was so los ist auf unserer Erde, in unserem Land, in meinem Umfeld. Selbstverständlich beschäftige ich mich nicht 24 Stunden am Tag nur mit meiner Krankheit und Endlichkeit. Selbstverständlich habe ich viele ganz andere Dinge im Kopf. Nur weil ich vermutlich krebskrank und nicht urralt eines „natürlichen“ Todes sterben werde, beschäftige ich mich nicht nur noch mit schönen und angenehmen Dingen oder ausschliesslich mit meiner Situation. Das wäre weltfremd und blind. Die Situation ist ein Bestandteil meines aktuellen Lebens, aber eben nicht der Einzige.
    Ich habe das große Glück, Menschen in meinem Umfeld, Freundeskreis zu haben, die das ebenso sehen. Meine Situation ist Bestandteil der Beziehung zu anderen Menschen, aber auch hier eben nur ein Teil. Wäre ich nicht in der Lage mich auch mit anderen Themen zu befasssen, mich für Anderes und Andere zu interessieren, wäre das recht traurig. Das Leben besteht eigentlich nie aus nur einer einzigen Sichtposition und daran ändert auch meine Situation nichts.
    Mag sein, dass dies Menschen, die in ihrem Umfeld niemand haben der in so einer Situation wie ich lebt, davon nichts wissen und sich das nicht vorstellen können. Aber eigentlich gibt es heute in jeder Ecke und in jedem Menschenverband jemanden der mit Krebs oder einer anderen ähnlich schweren Erkrankung zu tun hat.
    Ich habe das große Glück, die ärztlichen Vorhersagen nicht erfüllt zu haben. Man hat mir vor ca. 5-6 Jahren nur noch knapp zwei Jahre Lebenszeit prophezeit, Ich bin noch immer da. Es geht mir noch immer, für die medizinischen Tatsachen, außerordentlich gut. Ich bin froh und glücklich darüber, mich nicht aus- schliesslich nur mit Krankheit, Pillen, Ärzten und Befunden befassen zu müssen. Ich geniesse es sehr, auch andere Dinge in meinen Kopf lassen zu dürfen und zu können.
    Ich lerne ständig neue Menschen kennen. Ich mache mir Gedanken um alles mögliche. Ich bin froh, dass ich das alles noch kann und das hat mit Langeweile so überhaupt nichts zu tun. Menschen die sich ständig und ausschliesslich nur um sich selbst drehen und sich mit anderen Dingen nicht auseinandersetzen können oder wollen, tun mir leid. Ganz egal ob krank oder gesund. Selbstverständlich habe ich, aufgrund meiner Situation, zu manchen Dinge eine andere Meinung als ich selbst früher oder eben gesunde Menschen. Das hat aber an meinem Umfeld und den Menschen darin, oder wie diese Menschen mit mir und ich mit ihnen umgehe, nichts geändert.
    Zu der Zeit als mein Umfeld, ich selbst und auch die Ärzte davon überzeugt waren, dass es das nun war mit meinem Leben, habe ich mich ganz bewußt, innerlich von vielen Dingen und Menschen verabschiedet. Das gibt mir heute eine gewisse innere Freiheit und ich bin froh, den Tatsachen schon mal so direkt in die Augen gesehen zu haben.
    Wer nun welche Gedanken und welches Verhalten von mir erwartet, ist mir reichlich egal. Ich lebe mein Leben und das sehr bewußt. Dazu gehören auch mal Themen die Andere vielleicht so gar nicht verstehen oder interessieren, oder die eben mit meiner speziellen Lebenssituation nichts zu tun haben.
    Außerdem ist dies mein Blog. Das ist zwar öffentlich, aber ich kann und darf hier schreiben was und wann ich will. Ich kann auch Kommentare und Texte löschen, wann immer mir danach ist. Ich nenne hier keine Namen und ich diffamiere nicht. Meine Texte sind jugendfrei und verletzen auch ansonsten keine Gesetze. Ich achte Persönlichkeitsrechte und geniesse ansonsten die Freiheit hier zu schreiben, wann ich ich will und zu allen Themen, wonach mir gerade der Sinn steht. Ich verdiene damit kein Geld und verfolge keinerlei Fremdinteressen. Ich erfülle keine Erwartungen.
    Mein Blog eben.
    Ich setze voraus - wer ein Blog liest, weiß auch was ein Blog, im Gegensatz zu einem Block, ist und wer das nicht weiß, sollte das unbedingt nachlesen bevor hier kommentiert wird.
    Das Lesen hier ist freiwillig !!

  • Kleidungsdiktatur

    Kleidungsdiktatur

    Ich spreche hier absichtlich nicht von Modediktat. Denn es geht mir um die ganz normale Alltagskleidung und nicht das, was als Mode bezeichnet wird. Vor allem bei den männlichen Wesen.
    Mode bedeutet bei Männern höchstens mal eine andere Kragenform bei Hemden oder Jacken. Oder ganz mutige Muster und Farben bei Kravatten. Aber das war es dann auch schon weitgehend mit der Mode.

    Wir Frauen tragen selbstverständlich Hosen, Röcke und Kleider. Kurze, mittellange oder lange Hosen und Röcke. In allen Farben und Mustern. Weit und eng. Bunt gemischt, farblich abgestimmt, oder mit krassen Gegensätzen.

    Mönner dürfen nur Hosen tragen. Das auch nur innerhalb einer sehr bescheidenen Farbpalette. Schwarz, weiß, dunkelblau und grau, vielleicht auch mal noch braun. Das war es schon weitgehend mit der Farbwahl. Kariert, gestreift, uni und ganz mutig, vielleicht auch mal gepunktet.
    Ein Mann mit Rock löst im Umfeld sehr fragwürdige Reaktionen aus. Männer sind was Muster und Farben angeht, mehr als eingeschränkt.
    Ich finde, es gibt auch für einen Mann durchaus plausible Gründe einen Rock zu tragen, ganz ohne damit irgendwelche Aussagen zur Sexualtiät machen zu wollen. Das gilt auch für Farben und Muster. Aber das Kleidungsbild eines Mannes löst (vor allem in der westlichen Gesellschaft) irgendwie ganz andere Assotiationen aus. In anderen Ländern, Kulturen, tragen Männer ganz selbstverständlich auch Röcke und Kleider. Zwar auch in Form und Farbe recht eingeschränkt, aber eben ohne diese Aussage zur Sexualität.
    Das gilt auch für Farben und Muster. Blümchenhemden darf hier nur der Herr von Lippe tragen. Rosa Anzüge und pinke Hemden werden gerade mal noch bei Herrn Joop akzeptiert und der hat seine Aussagen über seine Sexualität ja eh öffentlich breitgetreten. Rock, bzw. Kleid und Bart, wird bei Conchita Wurst gelobt und bewundert und da soll es auch eine klare Aussage darstellen.
    Aber wirklich ausgelöst hat Frau /Herr Wurst damit so rein gar nichts. Da wurde kurz mal sehr viel drüber gesprochen und berichtet. Das war es dann aber auch schon. Das hat noch lange nichts ausgelöst oder für Männer geändert. Irgendwie trauen sich das offensichtlich nur Männer, die schon in einer „Sonderstellung“ sind oder sie sind eben durch genau diesen Kleidungsstil dorthin geraten. Ob sie dahin wollten oder nicht, sei dahingestellt.

    So wirklich verstehen kann ich das nicht. Warum lassen sich Männer in so ein Kleidungsdiktat pressen. Warum tragen die nicht einfach auch wonach ihnen gerade ist ? Kleidung ist ja auch eine Form von Freiheit. Wir Frauen nutzen Kleidung auch als Ausdrucksmittel. Warum machen Männer das nicht ? Warum wird ein Mann im Rock bei uns komisch beäugt ? Es gibt durchaus immer mal wieder Designer die Röcke für Männer ins Schaufenster stellen, aber auf der Straße sieht man das doch sehr, sehr selten, bis überhaupt nicht. Obwohl es schöne und männliche Exemplare von Röcken und Kleidern zu kaufen gäbe.
    Der Kleidungsstil des Durchschnittmannes ist doch mehr als langweilig und eintönig. Keine Frau würde sich solch einem Diktat unterwerfen. Und das hat mit Mode an sich, noch überhaupt nichts zu tun.
    Da wird ständig von Gleichstellung und Gleichbehandlung gesprochen, aber die Männer lassen sich dieses umfassende Diktat ohne jegliche Gegenwehr seit vielen, vielen Jahren einfach gefallen und unterwerfen sich.

    In der Geschichte gab es durchaus Zeiten in denen der Kleidungsstil der Männer wesentlich vielseitiger und uneingeschränkter war und deshalb nicht für weniger männlich galt.
    Es gibt auch heute noch einige Kulturen in denen auch Männern Farbe und ein freier Kleidungsstil zusteht.
    Es gibt Länder/Kulturen in denen die Frauen einem gewissen Kleidungsdikatat unterliegen. Das allerdings ruft immer wieder Empörung hervor und wird teilweise heiß diskutiert.

    Ich persönlich finde es für die Männer schade, dass sie diese Form der Ausdrucksmöglichkeiten nicht nutzen. Außerdem hat es auch mit Bequemlichkeit und persönlichem Komfort zu tun. Also ich wollte im Sommer nicht mit dunklen langen Hosen und geschlossenen Schuhen rumlaufen müssen. (Die Schlabberbermuda mit Tennissocken und Sandalen, sind nicht die Alternative die ich meine.)
    Über das Bekleidungsdiktat dem die männliche Bevölkerung bei uns unterliegt, wird nicht diskutiert. Warum eigentlich nicht?

  • Wie ein Traum

    Wie ein Traum

    Ich bin von einer wunderbaren Reise zurück. Ich war eine Woche in Wien. Ich wollte schon seit vielen Jahren mal nach Wien und als es mir so schlecht ging, war das eines der Dinge, die ich abgehakt hatte. Es sah eine zeitlang gar nicht so aus, als ob ich noch jemals in der Lage sein würde, oder gar so lange lebe, um so eine Reise zu unternehmen.
    Durch Unterstützung von lieben Freunden, einer lieben Einladung und meinem doch noch immer recht guten Zustand, hat das nun, für mich unerwartet, doch geklappt.

    Ich habe eine wunderbare Stadt kennengelernt und das in Begleitung von lieben Menschen und bei richtig sommerlichem Wetter in Sandalen und Sommerkleid. Ich saß manchmal einfach nur da und habe überlegt ob ich jetzt träume. Die Natur ist so rund 1000 Kilometer weiter südlich, deutlich weiter. Alles schon grüner und bunter. Es gibt absolut nichts, was hätte besser oder schöner sein können. Alles, wirklich alles war super schön. Wir haben tolle Gespräche geführt und viel gelacht. Ich habe wundervolle Ecken dieser Stadt erlebt. Wir saßen auf einem Markt auf dem ich mir wie in einer anderen Welt vorkam. Es gab im Garten eines Schlosses einen typischen Wiener Kaffee. Wir haben architektonisch spannende Dinge besichtigt. Im Prater haben wir auf einer Bank in der Sonne Menschen beobachtet. Am Schloß Schönbrunn saßen wir vor dem Brunnen, haben die Sonne genossen und uns die damalige Zeit vorgestellt. Ich habe ganz alte, ursprüngliche, verwinkelte und wunderschöne Hinterhöfe gesehen. Ich habe das moderne, neue und auch das alte und traditionelle Wien gesehen. Schön und spannend. Mit meiner Gastgeberin und Begleitung habe ich viele schöne und anregende Gespräche geführt.
    Jetzt muß ich diese vielfältigen Eindrücke erst mal sacken lassen. Es war alles ein bisschen wie in einem Traum. Ich danke den Menschen die das möglich gemacht haben. Ohne Euch hätte ich den Traum nicht erleben können.

    Nebenher geht das normale Leben natürlich ohne jede Rücksicht einfach weiter.
    Meine Anwälte haben dem Schreiber dieses unsäglichen Buches nun eine letzte Möglichkeit geboten, ein klein wenig Unrechtsbewußtsein zu zeigen und die ganze Angelegenheit schnell und einfach zu beenden.
    Ich bin darauf eingestellt, dass es dort nicht so viel Anstand und Einsicht gibt und die juristische Auseinandersetzung jetzt erst richtig losgeht. Sollte auf der anderen Seite noch ein klein bisschen Anstand vorhanden sein, würde das Angebot angenommen und damit wäre das Thema erledigt.

    Dann sind während meiner Abwesenheit wieder Papiere von Behörden und Institutionen eingetrudelt die völlig daneben liegen. Ich könnte mich jetzt blöd stellen und warten was passiert. Aber ich habe keine Lust auf Komplikationen und bringe das jetzt von meiner Seite aus, alles auf die Reihe.
    Also die eine Behörde meint, die Andere würde die Zahlung von zu leistenden Beträgen übernehmen, was nicht stimmt. Ich selbst muß diese Zahlungen leisten und kein Amt. Würde ich jetzt abwarten, entstünde da ein Defizit, an dem ich nicht wirklich schuld bin, aber am Ende muß ich das ja doch selbst leisten, also mache ich das lieber gleich selbst und lass die einfach schreiben was sie meinen.

    Meine Katzenlady wurde während meiner Abwesenheit von zwei Damen im Wechsel versorgt. Eine der Damen hat sie mit zum Schlag erhobener Pfote, hinter der Eingangstüre stehend erwartet. Vor der Anderen hat sie sich schnurrend vor die Füße geworfen. Es hat aber alles geklappt und die Zickenlady war bei meiner Rückkehr nicht beleidigt. Sie hat mich freudig begrüßt und ausgiebig beschmust. Alles gut.

    Dank der neuen Schmerzmedikation konnte ich die vergangenen Wochen meinen Alltag wesentlich besser gestalten. Vor allem auch, weil ich einfach richtig gut schlafe. Das ist für mich noch immer wie ein kleines Wunder. Selbst in einer fremden Stadt, in einem fremden Bett, habe ich geschlafen wie ein Baby. Das ist auch keine Nebenwirkung, da ich ansonsten nicht müde bin oder ein irgendwie übermässiges Schlafbedürfnis habe. Für mich fühlt es sich an, als ob durch das Schmerzmittel etwas in Ordnung gekommen ist, was durcheinander war. Nach fast dreissig Jahren mit mehr oder weniger massiven Schlafproblemen, fühlt sich das wie ein kleines Wunder an. Natürlich ist der Tag etwas völlig anderes, wenn man in der Nacht vernünftig geschlafen hat und ich profitiere ganz enorm. Alleine dafür hat sich der Aufwand, dieses Mitttel zu bekommen, gelohnt.

    Die gesundheitlichen Probleme die ich durch das Fehlen eines der Morbus Addison Medikamente hatte, sind mit der Einnahme nachdem ich es dann erhalten habe, sofort verschwunden. Die verlorenen Kilos sind so gut wie aufgeholt. Ob die Dosierung stimmt, wird in der kommenden Woche durch eine Blutprobe überprüft. Ich denke, ich muß ein klein wenig höher dosieren, halte mich bis zur Blutentnahme aber an die bisherige Einnahmeempfehlung. Ich habe regelmässig Kreislaufprobleme, die ich aber rechtzeitig erkenne und daher kann ich das Umkippen bisher gut vermeiden. Ich denke, mit einer etwas höheren Dosierung, sollte das verschwinden. Aber das ist wirklich nicht schlimm und bremst mich nicht aus. In Wien war mir immer mal ein wenig schwummerig, aber dann gab es eben eine kleine Pause auf einer Bank und dann war auch schon wieder gut. Dafür dass ich wirklich nicht mehr damit gerechnet hatte, so eine Reise unternehmen zu können, ging es mir bombig.
    Ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich das erleben durfte. Es war wie in einem Traum, rundum.

  • Auf und Ab

    Auf und Ab

    Ich hatte ja schon von dem nicht mehr lieferbaren, für mich lebensnotwendigen Medikament hier geschrieben.
    Leider hat das mit der Lieferung viel länger gedauert, als es für mich gut war. Jeden Tag ging es mir ein Stückchen schlechter. Der Endokrinologe hatte mir ja empfohlen, das andere Cortison höher zu dosieren, was ich auch genau nach Empfehlung getan habe. Leider war das nicht mal im Ansatz ausreichend. So schlecht ist es mir schon lange nicht mehr gegangen. Auf Nachfrage in der Apotheke wurde mir ein voraussichtlicher Liefertermin genannt, der alle meine Pläne über den Haufen geschmissen hätte. In dem Zustand wäre keinerlei Reise möglich . . . höchstens ins nächste Krankenhaus. Ein Blutdruck war kaum mehr vorhanden. Essen nicht möglich. Das Wort Schweißausbruch ist gnadenlos untertrieben . . . und alles täglich schlimmer.
    Bis dann zwei Tage vor der ersten geplanten Reise doch der Anruf aus der Apotheke kam. So erfreut habe ich noch nie ein Medikament in Empfang genommen. Dann muß ich nur ein Mal davon etwas einnehmen und alle Symptome sind schlagartig einfach weg. Fünf Kilo Körpergewicht habe ich in den Tagen verloren. Nicht dass ich die vermisse, aber ich war schon sehr erschrocken, wie schnell das gehen kann. Auch die Tatsache wie schnell sich mein Allgemeinzustand so drastisch verschlechtert, war sehr erschreckend. Und das hatte jetzt ja nun gar nichts mit dem Krebs zu tun. Das war einzig der blöde Morbus Addison bzw. die Nebenniereninsuffizienz. Lediglich die Tatsache, dass ich einfach wegen des Krebs ganz andere Dosierungen benötige, spielt eine Rolle.

    Aber die Pillen kamen ja nun doch noch gerade rechtzeitig und ich konnte meine geplante Berlin-Reise antreten. Grund für meine Reise war die Übergabe des Brustkrebs- und des Prostatakrebs-Moduls dieser Internetseite an die Öffentlichkeit. Der Link dazu ist auf der linken Seite: Krankheitserfahrungen
    Ich war an dem Brustkrebs-Modul als Interviewpartner beteiligt und wurde deshalb zu den Feierlichkeiten eingeladen. Die Betroffenen haben alle, so auch ich, ein Pseudonym erhalten. Das ist gut so.
    Es geht bei dem Projekt auch um andere Erkrankungen als Krebs und es werden noch mehr ganz unterschiedliche Module dazu kommen. Ein Modul über Reha und eines über Darmkrebs sind z. B. zur Zeit in Arbeit.
    Ich halte es für sehr wichtig, sich an solchen Projekten zu beteiligen. Wer sich dafür interessiert, kann dort immer mal nachsehen, zu welchem Projekt gerade Interviewpartner gesucht werden. Aktuell wird ganz dringend nach Darmkrebs-Betroffenen gesucht.
    Das gesamte Projekt ist wird sehr wissenschaftlich betrieben und mit den Daten die dabei herauskommen, wird viel gutes erreicht und bewirkt. Intensiv beteiligt war z. B. auch die Psycho-Onkologie mit sehr vielen Aspekten.
    Die Feierlichkeiten zur Übergabe fanden in einer Hörsaalruine statt. Sehr feierlich, aber nicht mit zuviel Brimborium. Es gab ein paar sehr interessante Reden. Ein bisschen klassische Musik und ein kleines Buffet zum Ende.
    Untergebracht war ich bei einem guten Kumpel, der seit einem halben Jahr in Berlin lebt. Da er ja nun in Berlin lebt, haben wir die gemeinsame Zeit natürlich gut nutzen können.
    Ausserdem habe ich mich mit einer Blogfreundin getroffen. Wir kannten uns bisher nur virtuell. Ich finde es immer sehr spannend, Menschen die man virtuell kennt, dann in der Realität kennen zu lernen. Wir haben ein paar schöne Stunden bei Erdbeerkuchen, Schlagsahne und Sonnenschein verbracht.
    Zusätzlich gab es dann noch ein Treffen mit einer anderen, ebenfalls Brustkrebsbetroffenen, die sich auch an dem Projekt beteiligt hatte und mit der ich gut befreundet bin.
    Insgesamt in jeder Hinsicht, sehr schöne und erlebnisreiche Tage.

    Jetzt fange ich dann langsam an, mich auf die nächste Reise vorzubereiten. Wien steht auf dem Plan. Ich will seit sehr vielen Jahren schon immer mal diese Stadt ansehen. Es hat nie geklappt. Jetzt hat alles gepaßt und ich darf eine Woche in dieser tollen Stadt leben. Ich bin sehr gespannt und hoffe, das Wetter spielt auch weiter so gut mit.

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